Unser Leitbild

Die sieben Schulen in Trägerschaft der Gemeinnützigen St. Dominikus Schulen GmbH haben sich ein Leitbild gegeben. Es macht den dominikanischen Sendungsauftrag deutlich, auf dem die Arbeit an den Schulen basiert.

Das Leitbild ist ein Wegweiser für die Schulen. Es schafft eine christlich geprägte Schulkultur,  orientiert sich an den Botschaften der Heiligen Dominikus, Albertus Magnus, Katharina von Siena, Edith Stein und des Bischofs Nikolaus von Weis und gibt darauf Antwort in der heutigen Zeit. 

Wurzeln, aus denen wir leben

Das Institut St. Dominikus Speyer wurde 1852 von Bischof Nikolaus von Weis gegründet und 1893 in den Dominikanerorden eingegliedert. Es ist eine apostolisch tätige Kongregation bischöflichen Rechtes.

Wie Dominikus im 12. Jahrhundert gehört Nikolaus von Weis Jahrhunderte später zu den Trägern einer religiösen Erneuerungsbewegung in einer Zeit, in der gewandelte gesellschaftliche und politische Verhältnisse auch die Kirche zur Neuorientierung und Suche nach neuen Wegen drängen.

Als Bischof von Speyer bemüht sich Nikolaus von Weis, die religiösen und sozialen Nöte seiner Diözese zu lindern. Seine Hauptsorge ist es, das Bildungswesen, besonders die Bildung der Mädchen, zu fördern. Ein Institut von Schulschwestern, dessen Mitglieder sich zur religiösen Erziehung und Bildung der Jugend verpflichten, hält er für die beste Form zur Verwirklichung seines Anliegens.

Grundsätze, die unsere Arbeit prägen

Gemäß den Leitlinien des Instituts St. Dominikus wollen wir jungen Menschen die Werte eines christlichen Welt- und Menschenverständnisses vermitteln und sie dazu befähigen, mit den gewonnenen Einsichten ihr Leben zu gestalten.

Die Bildungsarbeit wird nicht als reine Wissensvermittlung verstanden, sondern zielt ab auf ganzheitliche Selbstentfaltung des jungen Menschen, der befähigt werden soll, Fragen nach dem Lebenssinn und Lebensziel zu stellen und aus dem christlichen Glauben heraus zu beantworten.

Wesentlich ist die Erziehung zu Wertorientierung, zu Verantwortung und zu Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Sie ist auf den ganzen Menschen bezogen, auf den Einzelnen wie auf die Gemeinschaft, in der er lebt, auf Staat und Gesellschaft, auf die Umwelt und auf Gott.

Wissenschaft und Technik stellen immer wieder neue Mittel zur Verfügung. Diese enthalten für den Einzelnen wie für die Gesellschaft Chancen, aber auch Gefahren. Wir nehmen beide Seiten wahr und erziehen die jungen Menschen zu einer kritischen Haltung und zum verantwortlichen Umgang.

Menschen, für die wir da sind

Die Art und Weise, wie Dominikus den Menschen begegnet, setzt Maßstäbe für das Leben und Arbeiten in unseren Schulen.

Wir lassen uns auf den anderen Menschen ein, nehmen ihn als Person in seiner konkreten Situation ernst und unterstützen ihn bei der Suche nach dem Sinn des Lebens.

Wir verstehen uns als Dialogpartner für unsere Schüler, denen wir Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Durch Sachkompetenz und gründliche Arbeit ermöglichen wir ihnen den Zugang zu fundiertem Wissen und zur Persönlichkeitsentfaltung. Wir pflegen den personalen Umgang miteinander, der geprägt ist von gegenseitiger Achtung, von Wohlwollen und Offenheit.

Wir sehen die Eltern als Partner in der Erziehungsarbeit und beteiligen sie an wichtigen Entscheidungen. Durch gute Zusammenarbeit erleichtern wir es ihnen, ihre Kinder zu unterstützen, sowohl den Leistungsanforderungen als auch dem erzieherischen Anliegen der Schule zu entsprechen.

Wir geben uns gegenseitig Halt und Stütze für unsere Erziehungsarbeit und sorgen für eine fachgerechte und pädagogische Weiterbildung. Der geistigen Orientierung schenken wir besondere Aufmerksamkeit.

Wir verstehen uns als eine Gemeinschaft von Lehrern, Eltern und Schülern und halten die Kontakte zu Ehemaligen aufrecht. 

Auftrag, dem wir uns stellen

Durch Bildung und Erziehung erfüllen wir einen Auftrag, den die Schwesterngemeinschaft bei der Gründung übernommen hat. Die gewandelten Verhältnisse verlangen eine neue Besinnung auf die Motive, diesen nicht unerheblichen Einsatz an Personen, Ideen, Finanzmitteln und Vermögenswerten auch weiterhin zu wagen.

Als dominikanische Schule fühlen wir uns mitverantwortlich für die Erfüllung des Sendungsauftrags der Kirche. Sie fordert immer wieder die ganzheitliche Bildung und Erziehung, die Entfaltung aller Kräfte des Menschen. Wir bemühen uns, die Kräfte des Verstandes, der Fantasie, der Liebe, des Gemütes, des intuitiven Erfassens und schöpferischen Gestaltens, des seelischen Erlebens und moralischen Wertens, der sozialen Beziehungen zu wecken - und weder das Eine einseitig zu betonen noch das Andere verkümmern zu lassen.

Der Wissensvermittlung und Leistungsanforderung räumen wir einen hohen, dem Bildungsgang der jeweiligen Schulform angemessenen Stellenwert ein in der Über- zeugung, dass sie den jungen Menschen zur Bewältigung des Lebens in einer modernen Gesellschaft befähigen.

Das Einbezogensein in den Sendungsauftrag der Kirche und der Schwesterngemeinschaft hat Konsequenzen für das Selbstverständnis des Lehrers. Er braucht nicht nur fachlich-wissenschaftliche, sondern auch personal-menschliche Qualifikationen. Seine Haltung ist gekennzeichnet durch Dialogfähigkeit, Liebe, Geduld und Vertrauen. Seine Bereitschaft zur Weiterbildung und zur Zusammenarbeit mit Eltern, Schulleitung und Kollegium tragen wesentlich zum Gelingen von Unterricht und Erziehung bei.

Unsere Namenspatrone

Die Patrone unserer Schulen, ihre Biographien und ihre Lebenszeugnisse, werfen ein Licht auf die geistige Ausrichtung der Erziehungs- und Bildungsarbeit in unseren Schulen. 

Dominikus - Ordensgründer

Dominikus wurde um 1170 zu Caleruega in Kastilien geboren. Von seinen Eltern zum christlichen Dienst bestimmt, studierte er in Valencia Theologie.
Bei einer Hungersnot verkaufte er seine Bücher, um den Notleidenden zu helfen. Auf einer Reise mit Bischof Diego von Osma im Auftrag des Königs lernte er in Südfrankreich die Irrlehre der Katharer kennen. In dieser Not begann er mit seinem Bischof in apostolischer Armut zu predigen und mit den Irrlehrern zu disputieren. 1207 gründete Dominikus das Frauenkloster von Prouilhe und 1215 eine Predigergemeinschaft in Toulouse.
Nach dem vierten Laterankonzil erkannte Papst Honorius III. den neuen Predigerorden an, der die Augustinerregel als Grundlage übernahm und Seelsorge und Gebet, Armut und Gemeinschaftsleben, Kontemplation und Studium miteinander verband, und half dem Gründer bei der weltweiten Ausbreitung des Ordens. Noch zu Lebzeiten des Gründers entstanden Klöster in Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, England und Ungarn. 

Albertus Magnus - Bischof und Kirchenlehrer

Albert, den schon seine Zeitgenossen "den Großen" nannten, wurde gegen 1200 in der Stauferstadt Lauingen an der Donau geboren. Während seines Studiums in Padua trat er, von den Predigten Jordans von Sachsen aufs Tiefste erschüttert, 1223 in den Predigerorden ein. Nach seiner Priesterweihe in Köln lehrte er Philosophie und Theologie in den Konventen Hildesheim, Freiberg in Sachsen, Regensburg und Straßburg. Als Professor der Theologie wurde ihm in Paris Thomas von Aquin zur Ausbildung anvertraut. Zum Regens des neuen Generalstudiums in Köln ernannt, nahm Albert seinen Lieblingsschüler dorthin mit. Albert glänzte nicht nur in den Wissenschaften, sondern er bewährte sich als Ordensprovinzial und als Bischof in Regensburg. Danach widmete er sich als einfacher Predigerbruder wieder der Seelsorge und Wissenschaft. Seine wissenschaftlichen Werke schrieb er in Würzburg, Straßburg und Köln. Außerdem war er während der kaiserlosen Zeit als Friedensstifter in Deutschland tätig. Albert der Große starb am 15. November 1280. Papst Pius XI. sprach ihn 1931 heilig und erhob ihn zum Kirchenlehrer. 

Edith Stein - Jüdin, Karmelitin, Märtyrerin

Edith Stein wurde 1891 in Breslau als elftes Kind jüdischer Eltern geboren. Ihr Vater starb, als sie zwei Jahre alt war. Ab 1911 studierte sie an verschiedenen Universitäten Philosophie und promovierte 1916 bei Edmund Husserl in Freiburg. Eine Habilitation wurde ihr verwehrt, weil sie eine Frau war. Früh wuchs ihre Skepsis gegenüber dem Glauben ihrer Eltern. Zeitweise bezeichnete sie sich als Atheistin. Die Lektüre der Autobiographie der heiligen Theresia von Avila beeindruckte sie derart, dass sie zum katholischen Glauben konvertierte. In Bad Bergzabern empfing sie am 1. Januar 1922 die Taufe. Zwischen 1923 und 1931 unterrichtete sie im Kloster St. Magdalena in Speyer in einer Vorgängerschule der heutigen Edith-Stein-Schulen die Fächer Deutsch und Geschichte. 1933 trat Edith Stein in den Kölner Karmel ein und nahm den Ordensnamen "Teresia Benedicta a Cruce" an. Infolge der immer stärker spürbaren Bedrohung durch den Nationalsozialismus siedelte sie zusammen mit ihrer Schwester Rosa 1938 in den Karmel Echt in die Niederlande über. Während der deutschen Besetzung der Niederlande begann auch dort die Deportierung der jüdischen Bevölkerung. Am 2. August 1942 wurden Edith und Rosa Stein durch die Gestapo verhaftet, nach  Auschwitz transportiert und am 9. August ermordet. Im Jahre 1957 stellten die Dominikanerinnen von St. Magdalena in Speyer ihre neuerbauten Schulen unter das Patronat Edith Steins. Am 1. Mai 1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II in Köln seliggesprochen. Die Heiligsprechung fand am 11. Oktober 1998 in Rom statt. 1999 wurde Edith Stein zur Patronin Europas erklärt. 

Katharina von Siena - Kirchenlehrerin

Katharina von Siena wurde im Jahre 1347 geboren und führte in ihrem Elternhaus trotz aller Widerstände ein zurückgezogenes Leben des kontemplativen Betens und der Entsagung. Sie unterstellte sich der Gruppe von Frauen des Dritten Ordens vom heiligen Dominikus der geistlichen Führung durch die Predigerbrüder. Christus gab ihr 1370 den Auftrag, in der Öffentlichkeit zu wirken. Mit Erlaubnis des Ordens und des Papstes durchwanderte sie Italien, um Frieden zu stiften, zur Umkehr zu mahnen und die Reform der Kirche zu fördern. 1376 begab sich Katharina nach Avignon und mahnte Papst Gregor XI. zur Rückkehr nach Rom. Ihre geistliche Lehre, die ihr von Gott eingegeben wurde, gab sie durch zahlreiche Briefe und den "Dialog von Gottes Vorsehung" weiter an die geistliche Familie, die sich um sie scharte. Als das abendländische Schisma ausbrach, zog Katharina selbst nach Rom, um ihr Leben für die Kirche hinzugeben. Sie starb am 29. April 1380. Papst Paul VI. erhob sie 1970 zur Kirchenlehrerin.

Nikolaus von Weis - Bischof von Speyer

Nikolaus von Weis wurde 1796 im lothringischen Remlingen als Sohn eines Schäfers geboren. Den Wirren der Zeit und der Verarmung der Familie nach dem frühen Tod des Vaters ist es zuzuschreiben, dass der intelligente und wissbegierige Junge nur eine unregelmäßige Schulbildung erhalten konnte. In dem damals erlebten Mangel wurzelt wohl sein kontinuierlicher Einsatz in Fragen der Schule, Bildung und Erziehung, der später sein Leben und Wirken als Bischof (1842-1869) nachhaltig prägte. Unablässig bemühte er sich, allen Kindern und Jugendlichen seines Bistums eine solide, auf dem christlichen  Menschenbild basierende Schulbildung zu ermöglichen. Nachdem es ihm schon als Domkapitular 1839 gelungen war, in Speyer eine eigene katholische Lehrerausbildungsstätte zu errichten, ging es ihm als Bischof speziell um Schul- und Weiterbildung für Mädchen und Frauen. Seine Überlegungen und Bemühungen mündeten 1852 in die Gründung des "Instituts der Armen Schulschwestern", heute "Institut St. Dominikus" genannt. Als er 1869 starb, wurde er in einem Nachruf als "Ideal eines katholischen Bischofs" bezeichnet.